Kieselsteine bewegen

Grade lief ich noch kurz durch die Stadt. Jever ist unter der Woche um 23:30 eine ziemlich ruhige Stadt - man könnte hier fast von Geisterstadt reden. Kalte klare Luft bei sagenhaften -1° C. Unglaubliche Stille.
Bis auf dieses leises Klacken. Da schaue ich mich dann um, wo so ein Geräusch herkommen mag, und siehe da: Da steht ein Jugendlicher vor der Taverna, meiner erklärten Lieblingspizzeria (geschätzte 50 m von meinem Zuhause entfernt) und wirft Kieselsteine an das Fenster im ersten Stock.
Kieselsteine…
Vielleicht hatte dieser Junge einfach kein Geld mehr auf seinem Handy, oder es zu Hause vergessen. Vielleicht hatte er auch nur seinen Schlüssel vergessen, und wollte seinen Bruder wecken, damit der ihm aufmacht, ohne dass deren Eltern etwas davon mitkriegen. Vielleicht war es seine Angebetete, und er wollte romantisch sein. Der Grund ist eigentlich egal.
Wichtig ist einfach, wieviel so ein winziger Kiesel bedeuten kann. Für die Person die ihn wirft, für die Person für die er bestimmt ist, und für eine Person wie mich, die einfach nur vorbei kam.
Foto von -RobW-
2 Comments:
Die Kieselsteinromantik ignorier ich mal. Aber leere Kleinstädte um 23:30 mag ich auch.
Alter... quillt jetzt zufällig etwas "Sentimental-Goo" aus der USB-Buchse deines MacBook-Pro?
Tipp: Das nächste mal die Schapuze aufsetzen (Gesicht unkenntlich machen) – und Kieselsteine zurückwerfen!
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