Montag, Oktober 13, 2008

Die Metapher vom Schuhekaufen


Man entscheidet sich: Man braucht ein neues paar Schuhe. Oder man hat da letztens ein Paar gesehen, dass einen neugierig gemacht hat. Letztlich landet man also im Schuhgeschäft.

Schon sieht man sich einem Überangebot an Schuhen gegenüber. Nicht jedes Paar Schuhe kann man sich leisten, weil manche zu hübsch oder auch zu teuer sind. Manche scheiden von vornherein aus, weil sie nicht zum eigenen Stil passen.

Will ich chique Schuhe, will ich bequeme Schuhe? Will ich zeitlose Schuhe, die ich noch in Jahren tragen werden kann, oder doch lieber was hippes, trendiges, was den nächsten Frühling vorraussichtlich trendtechnisch nicht überlebt? Will ich mein eigenes Ding machen oder geh ich mit der Norm?

Die Typfrage: Was passt am besten zu meinem Stil? Werden die Schuhe und ich auf Dauer glücklich. Sind die Schuhe Rock'n'Roll - oder doch ein Bisschen zu leger für mich?

Dann kommt die Ungewissheit beim Anprobieren: Eigentlich sind die Schuhe ein bisschen zu eng. Weiten die sich noch, so dass sie nachher perfekt sitzen? Weiß ich also erst nach einigen Wochen oder sogar Monaten zu schätzen, wie gut sie zu mir und meinem Fuß passen?
Genauso schlecht wäre es wenn sie zu locker werden würden. Schuhe die keinen richtigen Halt geben sind nutzlos!

Schuhe offenbaren ihre wahren Qualitäten also erst beim Tragen. Genauso wie sie erst beim Tragen Charakter entwickeln. Erst wenn man sieht, dass sie jemand getragen hat, erst wenn sie ein wenig dreckig geworden sind, erst wenn sie sich bewiesen haben, hat man sie ins Herz geschlossen.
Erst wenn einem die Schuhe eine Geschichte erzählen haben sie den Status von hübsch & bequem verlassen und haben emotionalen Wert.

Doch auch Schuhe gehen irgendwann kaputt. Wenn man es früh genug bemerkt, kann man was machen. Sie flicken, sie schonen - whatever. Doch wenn ein Schuh erstmal ein Stadium an Verfall erreicht hat, durch eigene Fahrlässigkeit oder unangenehme Umstände, dann wird es Zeit sich von diesem Schuh zu trennen. Denn man könnte es immer wieder versuchen, aber kaputte Schuhe geben irgendwann nicht mehr genug Halt.

Und man steht nun vor der Frage: Bleib ich genau diesem Schuh treu, und wage einen Neuanfang mit dem exakt gleichen Modell - oder gehe ich in den Schuhladen, und schaue mich nach was neuem an, was vielleicht inzwischen besser zu mir passt...



Eine meiner Lieblingsmetaphern für Beziehungen ist die des Schuhekaufens.
Viel Spass beim Nochmallesen.

Bild entliehen von www.virtualshoemuseum.com

1 Comments:

Anonymous Anonym said...

ARNE du GENIE!!!

2:13 PM  

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